So klingt Itzehoe!

Ein halbes Jahr haben Schülerinnen und Schüler der Kaiser-Karl-Schule Itzehoe zusammen mit Sehbeeinträchtigten die Stadt akustisch erforscht. Herausgekommen sind jetzt eine CD mit Klängen, eine App für’s Smartphone und eine Dokumentation des gesamten Projektes. Am Donnerstag 23.6. um 16 Uhr werden die Ergebnisse in der Aula der Kaiser-Karl-Schule vorgestellt. Eingeladen sind nicht nur die Eltern, sondern alle Interessierten, die wissen möchten, wie Itzehoe nun klingt.

 

Begonnen hat das Projekt mit einem Konzept von K 9 (K9 Koordination für regionale Kultur e.V.) im Herbst letzten Jahres, in dem ein Klangpfad für Sehbeeinträchtigte entwickelt und zusammen mit Schülern gestaltet werden sollte. Herausgekommen ist ein komplexes Projekt der Medienpädagogik, der Inklusion und der Klangkunst. K9 hat mit dem Blindenverein (BSVSH) in Steinburg über Karl Friedrich Steltmann, mit der Kaiser-Karl-Schule, dem Medienpädagogen und Musiklehrer Dr. Matthias Rheinländer und mit Andreas Guballa vom Offenen Kanal Westküste in Heide ein Team gebildet, das in einem halben Jahr mit vier Schülern der Tontechnik AG an der KKS und einem sehbeeinträchtigten Schüler der Steinburgschule und 16 Schülern des 7. Jahrsgangs der KKS die Klänge der Stadt aufgenommen und weiterverarbeitet hat. Ergänzt wurde das Team durch den Klangkünstler Clemens Endreß aus Hamburg.

 

In einem ersten Workshop haben die Schüler den Umgang mit den professionellen Mikrofonen und Aufnahmegeräten gelernt, die der Offene Kanal zur Verfügung gestellt hat und einen Klangpfad entworfen. In 5 Exkursionen wurde dann alles Interessante an Geräuschen aufgenommen, vom Krähenruf und der Stille auf dem Friedhof über Rolltreppengeräusche im Holstein-Center bis hin zum Bahnhof mit seinem großen Spektrum an Lautstärken und Geräuschen. Die Schüler haben eigenständig entschieden und aufgenommen, was sie für typisch hielten.  Die sehbeeinträchtigten Begleiter Mirco Seefeldt und „Kalle“ Steltmann haben viele Geräusche beigesteuert, die Sehende überhören, andere Prioritäten gesetzt und ihre Erfahrungen im Stadtgefüge  mit allen Schwierigkeiten eingebracht. Sie wurden von allen Gruppen voll integriert, alle Schüler haben am Ende ausgeführt, wie viel sie durch diese Zusammenarbeit gelernt haben.

 

Im zweiten Workshop war die Bearbeitung mit den Schneideprogrammen am Rechner das Hauptthema. Fünf Arbeitsplätze an großen Apple-Rechnern mit dem Programm Ableton standen für einige Wochen zur Verfügung, und der Klangkünstler Clemens Endreß führte durch die Klangwelten am Computer: alle Töne, alle Geräusche ließen sich bearbeiten und neu definieren, ja sogar zu Rhythmen und Sounds komponieren, aus dem Quietschen der Rolltreppe wurde ein Ton, aus dem Klacken an der Blindenampel ein Sambarhythmus entwickelt. Mit viel Spaß und Begeisterung haben alle Schüler an dem Projekt mitgearbeitet, auch ihre Freistunden und freien Nachmittage eingesetzt, um ihr Produkt zu vollenden.

 

Finanziell unterstützt wurde das Stadtklang-Projekt durch das Kulturministerium des Landes SH, durch die Allianz-Kulturstiftung, die Sparkasse Westholstein und das Autohaus Eskildsen.

 

Wir wissen es jetzt: So klingt die Stadt - so klingt Itzehoe!

 

 

Das Ergebnis: ein Tonträger (CD) mit 13 eigenen SoundScapes Itzehoes, eine ausführliche Projektdokumentation (Print), eine selbstgestaltete und selbst umgesetzte Radiosendung (Redaktion + Studioaufnahme), die Hinterlegung von Sounds für eine App-basierte Klangroute durch Itzehoe im Netz (Audioguideme + guidemate). Hieran - und für die Entwicklung eines Blindenleitsystems in Itzehoe - wird in einem erweiterten Teilnehmerkreis weiter gearbeitet, um die Nachhaltigkeit des Projektanspruchs zu sichern.

Die CD mit den SoundScapes der Stadt ist Betandteil der umfangreichen ProjektDokumentation (bereits vergriffen):

 

Inhalt

1 - Das Projekt • Einstimmung  S. 7 • Grußworte  S.9 • Der Sound der Stadt  S. 11 • Klangumwelten  S. 13 •• 2 - Medienpädagogik • Sinfonie der Stadt  S. 16 • Lupe für die Ohren  S. 17 • WorkShop 1  S. 19 • Tipps-Tipps-Tipps  S. 23 • Einführung in die Technik  S. 25 •• 3 - Feldphase  • Route hörenswerter Orte  S. 29 • Materialsichtung  S. 32 • Aufnahmeprotokoll  S. 33 •• 4 - Klangkunst • WorkShop 2  S. 35 • Von der Schönheit alltäglicher Geräusche S. 37  • Postproduktion  S. 39 • PostProduktionsPoesie  S. 41 • CD und Radio  S. 43 •• 5 - Inklusion • Von- und miteinander lernen  S. 45 • StadtKlang Steinburg-Schule  S. 46 • Nicht nur dabei sein - selbst gestalten  S. 47 • Für ein Blindenleitsystem  S. 48 •• 6 - Es macht Spaß, das Unmögliche zu wagen  •  Schülerstimmen 10. Jahrgang  S. 50 • Schülerstimmen 7. Jahrgang  S. 55 •• 7 - Nachklänge  • Fazit  S. 57 • Dank  S. 58 • Tracklist S. 59

 

Die Klangroute durch Itzehoe auf audioguideMe

 

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